Gut für Ihr Geschäft – UX für Webprojekte

Haben Sie jemals versucht einen Kaffee-Vollautomaten zu entkalken? Ohne Anleitung geht das schon mal gar nicht. Und mit Anleitung… naja. Drücken sie hier mindestens fünf Sekunden, dann blinken dort zwei Dioden (wo denn?!), danach füllen Sie die Lösung bis A ein (wo zum Teufel ist das A?!), dann drehen Sie den Hebel auf Position 1 und vergessen sie nicht, davor ein geeignetes Gefäß unterzustellen… AAAH! Zu spät, alles nass!! Das nennt man dann keine gute User Experience.

Damit Ihre Kunden nicht auf Tee umsteigen, sorgen sie bitte für eine hervorragende Benutzererfahrung. Nutzer ihrer Webanwendung wissen, was sie wollen, sie sind mit einem konkreten Anliegen zu Ihnen gekommen. Und das ist wahrscheinlich nicht der Wunsch einen kognitiven Irrgarten zu betreten, sondern sie wollen zum Beispiel einen Beratungstermin vereinbaren, einen Yogakurs in einer fremden Stadt finden, eine Ferienwohnung buchen.

Genau hier liegt der erste Baustein für ein gelungenes Nutzererlebnis: Der Nutzer verfolgt seine Wünsche und Ziele strategisch, indem er Ihre Seite aufruft. Schön ist es, wenn die Nutzerwünsche tatsächlich mit Ihrem Angebot korrelieren. Perfekt ist es, wenn der Nutzer das auf den ersten Blick erkennt und sein Ziel ohne Umwege erreicht. Dann erfüllt Ihre Strategie (ein bestimmtes Produkt zu verkaufen oder eine Dienstleistung zu vermitteln) die Wünsche des Kunden. Ihr Geschäftsmodell hat also die besten Chancen, zu funktionieren.

Nun folgt das Aber: Wie viel „Drumherum“ bieten Sie an? Nehmen wir das Beispiel „Ferienwohnung buchen“. Sollen verschiedene Unterkünfte vergleichbar sein? Sollen die Stammdaten der Nutzers erhoben und gespeichert werden, damit er sie wieder verwenden kann? Soll es eine Preiskalkulation geben? Eine Wegbeschreibung zur Wohnung? Bewertungsmöglichkeiten? Das lässt sich endlos fortsetzen. Der Umfang Ihrer Anwendung muss bestimmt und für den Nutzer in geeigneter Weise aufbereitet werden.

Der Aufbau Ihrer Anwendung ist demnach vom Umfang Ihres Angebots abhängig: Die Auswahl eines Reiseziels, die Suche nach einer Ferienwohnung, Vergleich von Unterkünften, Preisvergleich, Kommentarfunktionen etc. müssen intuitiv im Anwendungsablauf erreichbar sein, sollten aber nach Bedarf auch übersprungen werden können. Schließlich kann man seine Nutzer auch mit zu vielen Optionen überfordern. In möglichen Ablaufdiagrammen konzipiert man Wege des Nutzers durch das Angebot.

Sind diese Wege schlüssig, lässt sich darauf der Seitenaufbau erstellen – welche Elemente werden wie angeordnet. In unserem Beispiel braucht man eine Kartenansicht, eine Listenansicht, Merkfunktionen, wenn Unterkünfte verglichen werden sollen, eine Suchfunktion, einen Loginbereich und anderes. Viele dieser Bedienobjekte haben fest etablierte Positionen in Webanwendungen – so erwartet man eine Suchfunktion rechts oben, das Logo links oben. Diese Best-Practices im Layout sind unbedingt einzuhalten. Findet sich ein Element nicht dort, wo es vermutet wird, führt das oft zum Abbruch einer Anwendung.

Ist bis hierher alles auf perfekte User Experience ausgerichtet, kommt der Feinschliff der Anwendung – das Design mit Typografie, Farbgebung, Illustrationen und nicht zu vergessen den Texten. Tatsächlich kann man auch an dieser Stelle noch viel zerstören, denn wer würde hinter einen hellgrauen Button die Bestätigungsfunktion für eine  Buchung vermuten?

Jeder dieser Bereiche ist ein eigenes Buch wert – Strategie, Umfang, Aufbau, Layout und Design. Ist das Geschäftsfeld noch nicht geklärt, liegt davor noch eine Markt- und Konkurrenzanalyse. Und nachgeschaltet ist immer eine Testphase.

Eine gute User Experience ist der ungestörte Flow eines Nutzers Ihrer Anwendung vom Aufrufen bis zur gelungenen Aktion.